Ironman 70.3 Austria 2012

Bei Traumwetter gings dann Sonntag früh für ca. 2500 Starter (unter ihnen 100 Profis) los.

Dabei konnte ich mit einer Zeit von 4:17:17 den 2. Rang bei den Amateuren und in der M18 und damit den 29. Gesamtrang belegen.

Unser Obmann comebackte auf der 70.3 Distanz nach seiner Verletzung in unglaublichen 4:30:41 und wurde in der M25 12. Hier sein bericht und weiter unten meiner:

 

Rennbericht Michi Schaffer:

Ich war selten vor einem Rennen, so ruhig und gelassen wie vor diesem, denn ich wusste ich kann nur gewinnen, nach so einem harten Jahr wie ich hinter mir habe. Nichts desto trotz stellte sich am Tag des Rennen id Früh aber trotzdem eine Nervosität ein. Diese verschwand aber mit dem Startschuss des Rennens sofort! Das Schwimmen war für mich der reinste Genuss! Vor einer Woche am Stubenberg noch regelrecht gestorben, schwamm ich diesmal absichtlich ganz locker weg, fand meinen Rythmus, und dachte nach 1,9km super, war echt schön, aber mehr anstrengen hätt ich mich schon können.. Dann ging es aufs Rad! Normal meine Lieblingsdisziplin, aber eines vorweg, für mich war es wirklich sehr schwierig nach weit über einem Jahr ohne Renn(Zeitfahr)kilometer in den Beinen, die richtige Pace zu finden.. Ich fuhr es zügig an, merkte ziemlich bald, dass ich dieses Tempo sicherlich leicht halten kann, und fuhr das ohne auch nur einmal in die Nähe meines Limits am Rad zu kommen durch! Mir ging auch meine Bereitschaft ab, mich quälen zu können bzw. zu wollen so wie früher, wo ich auf Teufel komm raus wie ein Henker am Rad fuhr.. Am Rad hatte ich schon ein wenig Angst vor dem Halbmarathon, ich fühlte mich zwar in letzter Zeit wohl beim Laufen, aber bei dieser Hitze, und meine falsch angelaufenen Halbmarathons im Hinterkopf, begann ich kontroliert, und merkte ich bin muskulär noch ziemlich gut beinander! Ich fühlte mich von Meter zu Meter wohler auf dem Halbmarathon und hatte trotz der Renndauer, und der Belastung große Freude zu laufen…Als ich bemerkte, dass ich von niemanden überholt wurde beim Laufen, und nur am Überholen war, nahm die Freude noch mehr zu, und genoss förmlich dieses Rennen…
Im Ziel war ich überglücklich nach dem letztem Jahr nochmal so ein Rennen machen haben zu können, und wusste auch gleichzeitig, dass ich einen möglichen WM Slot sicher nicht nehme, und jetzt mal auch das Leben so richtig genießen werde und nicht nur die „Rennen“!

 

Rennbericht Christoph Schlagbauer:

Sonntag, 7 Uhr 5 Minuten: Der Tag war bereits ein paar Stunden alt, früh läutete schon der Wecker um zu Frühstücken! Wecker nämlich… sowas braucht man an so einem Tag nicht: Meine innere Uhr sagte mir bereits 10 Minuten davor um 4:30 dass es Zeit ist heute ein Rennen zu machen, ich war hellwach und motiviert bis in die Haarspitzen 😉 So wieder zurück nach 7:05: Startschuss und los ging es in die ca. 15 – 16 Grad warmen Seen! Meine Startposition habe ich super gewählt, ganz innen beim Steg erste Reihe, für die die auch dort waren. Es ging los auf die erste Boje zu nach ein paar hundert Meter und ich stellte mich auf eine Mörder Schlägerei ein… aber nichts dergleichen. Ich konnte fast seelenruhig ganz innen die ersten beiden Bojen umrunden, nur ein paar Schläge auf Kopf und Rücken, mehr wars nicht… zu diesem Zeitpunkt erahnte ich bereits, dass es heute sehrsehr gut gehen könnte, so sagte es mir mein Gefühl. Nach 1000m gings erstmal raus aus dem Wasser um nach einem 200m Landgang noch 900m in einem anderen See zu schwimmen und in die erste Wechselzone zu eilen. Mit dieser war ich von der Zeit her wie so oft nicht zufrieden, da herrscht definitiv Nachholbedarf.

Nun gings aufs Rad. Der Blick auf die Uhr nach dem Schwimmen motivierte mich extrem. Eine für mich geniale Zeit und meine guten Disziplinen sollten erst kommen. Aber ich musste schauen, dass ich zu diesem Zeitpunkt nicht zu euphorisch und übereifrig werde und versuchte die ersten Meter durch St. Pölten ein bisschen runter zu kommen. Dann gings für 18km auf die Autobahn und ich tat sehr gut daran den Rat vom Headcoach zu befolgen: „Bitte schieß dich nicht auf der Autobahn ab! Das verleitet so sehr zum Zu-schnell-anfangen, bitte halt dich bloß zurück!“ Er hat mir dabei so sehr ins schlechte Gewissen geredet, dass ich mich sogar freiwillig überholen ließ ;-). Aber er behielt sowas von recht! Erster Anstieg nach Krustetten rauf: alle zurückeingeholt und distanziert! 🙂 Und dann folgte die Tempopoltzerei durch die Wachau! Mit fast durchgehend 47, 48 km/h gings Richtung Anstieg nach Gansbach rauf, wo ich mitten im Männerprofifeld, das 5 Minuten vor mir gestartet war, angelangt bin. Es macht mir so einen Spaß zu diese Zeitpunkt und die an die 10km Anstieg, wo ich Athleten um Athleten stehen lassen konnte, ließen zahlreiche zache Trainingseinheiten vergessen! Dann gings in vollem Tempo zurück hinunter in die Landeshauptstadt St. Pölten (mit einem kleinen Zwischenanstieg) zum Laufen.

Davor aber noch die beste Splitplatzierung des Tages: Sofern ich niemanden übersehen habe, war ich mit meiner 2. Wechselzone in 2:04 der 2. schnellste hinter Filip Ospaly (Tagessieger) 🙂 Wobei mir schon klar ist, dass ich damit allein nicht viel gewinnen kann, aber lustig ists trotzdem wenn man bedenkt wie dicht und top besetzt doch das Starterfeld war…

Das Drauflaufen war dann von Zurückhaltung geprägt. Ich wusste dass ich die letzten 5 Wochen verletzungsbedingt extrem wenig gelaufen bin und mir einige km fehlten. Aber die Grundlage war da und auf der baute ich auf. Mit einem durchgehenden 3:45er – 3:49er Schnitt konnte ich die ersten 17km wirklich extreeem konstant laufen und fühlte mich sowas von locker… Unterhaltungen waren keinen Problem. Dann wollte ich das Tempo steigern und es kam wieder wie in Großsteinbach, der Magen wollte krampfen. Anders als dort hab ich mit meiner Hand mit voller Kraft auf den Schmerz gedrückt und nach einem KM war er weg… leider geil. Und so konnte ich dann erfolgreich finishen, war aber doch voll am Ende meiner Kräfte und hab alles gegeben: All Out eben!!!

Resümieren fällt mir noch schwer muss ich ehrlich sagen: die Zeit von 4:17 war gestern so viel Wert! Es war echt schwer! Jeder der am Start war kann das bestimmt bestätigen. Und die Platzierung in diesem unglaublichen Feld trägt den Rest zu meiner unendlich großen Zufriedenheit bei. Gibt selten Tage wo einem alles so aufgeht wie an diesem!   

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